Die vegane Ernährung entwickelt sich gerade zum Trend. Immer mehr Menschen meiden Nahrungsmittel tierischen Ursprungs und ernähren sich vegan. Meist aus ethischen Gründen, oft aber auch aus gesundheitlichen Gründen. Gerade deswegen wollen viele Veganer ihre Hunde auch vegan ernähren. Wie gesund ist das eigentlich?

Aus diesem Grund habe ich eine alternativmedizinisch arbeitende Tierärztin, Mag. Katharina Metzker zur veganen Ernährung von Hunden befragt. Die diplomierte Tierärztin führt seit vielen Jahren die alternative Tierarztpraxis in Mödling (bei Wien). Mit Fragen zur richtigen Ernährung des Hundes wird sie immer wieder konfrontiert.

die alternative Tierarztpraxis | Mag. Katharina Metzker

Hier liest Du was aus medizinischer Sicht für bzw. gegen die vegane Ernährung Deines Hundes spricht:

In wie weit kann vegane Ernährung von Hunden artgerecht sein?

Der Hund ist physiologisch gesehen, sicher nicht darauf ausgerichtet, sich rein vegan zu ernähren. Einerseits deutet sein Gebiss mit den Reißzähnen darauf hin, dass er ein Fleischfresser ist, andererseits verfügt der Hund auch über einen sehr sauren Magen. Mit Hilfe dieser Säure kann er das Fleisch gut aufspalten und außerdem, noch die auf dem Futter vorhandenen Bakterien und Parasiten, abtöten. Der Hund ist also optimal an den Fleischkonsum angepasst.

Die Vorfahren des heutigen Hundes, haben sich von Beutetieren ernährt und phasenweise auch rein vegetarisch, aber nicht ausnahmslos. Wenn man sich die Entwicklungsgeschichte vor Augen führt, so kann eine dauerhaft völlig fleischlose Ernährung nicht artgerecht sein.

Was spricht für bzw. gegen vegane Hundeernährung?

Hundehalter sollten ihre Hunde möglichst hochwertig ernähren. Die Qualität des Futters ist ausschlaggeben für die Vitalität des Hundes. Eine dauerhafte, rein vegane Ernährung führt aus meiner Sicht, langfristig zu einer Mangelernährung. Dem Hund wird es an hochwertigem, tierischem Eiweiß mangeln. Eine optimale, vollwertige Substituierung von Eiweiß ist dauerhaft schwer zu erreichen.

Wie können Hundebesitzer, die ihren Hund bereits vegan ernähren, erkennen, dass die vegane Ernährung ihrem Hund möglicherweise nicht gut tut oder sogar schadet?

Eine Fehlernährung zeigt sich am auffälligsten am Haarkleid und der Haut. Das Fell wird stumpf und hat keinen natürlichen Glanz mehr. Auch am Verhalten könnte man eine Mangelernährung feststellen. Der Hund wirkt müde und schlapp, hat nicht mehr die nötige Ausdauer, da ihm die Energie fehlt. Der Hund könnte öfters mal Infekte bekommen, da sein Immunsystem nicht mehr die volle Kraft hat.

Man kann auch eine Blutuntersuchung machen, um sicher zu gehen – wobei sich, die gerade erwähnte Symptome, im Grunde schon früher am Erscheinungsbild des Hundes zeigen. Wer es genau wissen möchte, macht ein “BARF-Profil”. Das ist ein kleines Blutbild bei dem Albumin, Calcium, Phosphat, Kupfer, Zink, Jod, VitA, VitD3, T4 überprüft werden. Hier kann man sehen, ob es dem Organismus an etwas fehlt.

Was bedeutet vegane Hundeernährung für Welpen und Seniorenhunde?

Bei Welpen sollte man besonders vorsichtig sein und keine Experimente machen. Welpen brauchen Fleisch als Energielieferanten, sonst kommt es womöglich noch zu Problemen in der Entwicklung des jungen Hundes. Ich rate einer ausschließlichen, veganen Ernährung ab.

Bei Senioren empfehle ich die Eiweißzufuhr zu reduzieren, da sie sich nicht mehr so viel bewegen. Da kann man auf hochwertiges Urgetreide zurückgreifen, wie ankeimende Hirse oder Quinoa. In Sprossen ist ein höherer Eiweißgehalt vorhanden. Dazu gut püriertes Gemüse, damit die Nährstoffe vom Körper gut aufgenommen werden können.

Gibt es Situationen in denen vegane Ernährung bei Hunden empfehlenswert ist? Wenn „ja“, welche wären das?

Manchmal reagieren Hunde allergisch auf Eiweiß. Hier empfielt sich eine Ausschlussdiät zu machen und auf pflanzliches Eiweiß zurück zu greifen.

Ich empfehle, wie gesagt keine dauerhafte vegane Ernährungsweise bei Hunden. Eine Eiweißreduzierte bzw. vegetarische Ernährung ist aber empfehlenswert bei Magen-Darm-Erkrankungen. Hier würde ich gut eingeweichte, schleimige Haferflocken füttern und angekeimtes Gemüse, Ei, Reis, hochwertiges Gemüse. Eine kurzfristige Schonkost-Diät, um schließlich zu einer qualitativ hochwertigen Ernährung zurück zu kehren.

Nicht das, was Du nicht weißt, bringt Dich in Schwierigkeiten, sondern das, was Du sicher zu wissen glaubst, obwohl es gar nicht wahr ist.

Mark Twain

Was könntest Du tun, um Deinen Hund mit gutem Gewissen hochwertig zu ernähren?

Ich persönlich empfinde vegane Ernähung beim Menschen durchaus als erstrebenswert, aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Meine eigenen ethischen und moralischen Wervorstellungen möchte ich jedoch nicht auf meinen Hund übertragen.

Wenn Du einen Beitrag gegen das Tierleid leisten möchtest, die Massentierhaltung nicht unterstützen willst und dennoch bereit bist Fleisch zu füttern, so gibt es gute Alternativen:

  • Behalte die Kontrolle über Inhaltsstoffe und Herkunft der Malzeit für Deinen Hund, indem Du sie selbst zubereitest. Einzige Voraussetzung: Du weißt genau welche Nährstoffe Dein Hund täglich benötigt.
  • Wähle Fleisch auf kontrollierter Tierhaltung, tierversuchsfrei und in Bio-Qualität
  • Entscheide Dich bei Fertig-Hundefutter für eines in Bio-Qualität. Am besten aus der Region.

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