Wenn Du einen Hund anschaffen möchtest, nimm Dir viel Zeit dazu und bereite Dich gut darauf vor. Entscheidest Du Dich für einen Welpen von einem Züchter, sei kritisch und prüfe genau, ob es sich um eine verantwortungsvolle Zucht handelt. Dabei rate ich Dir stark ab, einen Hund aus „privater Hobbyzucht“ ohne Stammbaum zu nehmen. Hier ist das Risiko noch größer, einen krankheitsanfälligen Hund zu bekommen, der womöglich frühzeitig stirbt oder Erbkrankheiten in sich trägt. Das betrifft nicht jeden Hund, aber die Wahrscheinlichkeit ist größer.

Geld, das Du beim Kauf sparst, investierst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit in das restliche Hundeleben. Hier erzähle ich von meiner ersten Erfahrung beim Welpenkauf. Mit den Jahren lernt man dazu und heute kann ich dabei gut Hilfestellung leisten. Am Ende findest Du eine Checkliste für den Besuch beim Züchter und worauf Du dabei achten solltest.

Züchter ist nicht gleich Züchter

Der Züchter meines Flatcoated Retrievers erfüllte auf den ersten Blick alle Kriterien eines „guten Züchters“. Er war Mitglied in einem kleinen Zuchtverband, hatte eine saubere Zuchtstätte, gesund wirkende Hunde, hatte Zeit für ausführliche Gespräche, wirkte sehr tierlieb etc. Im Nachhinein kann ich sagen, es gab Hinweise, die ihn als weniger verantwortungsvollen Züchter enttarnen hätten können. Auch ich hätte sie erkennen können. Nämlich die stark gestresste, hektische Mutterhündin, die ihre Nervosität und Unruhe massiv auf ihre Welpen übertragen hat. Es wurden mehrere Hündinnen und Rüden draußen in Zwingern gehalten in ihrem „eigenen Reich“. Einen engen Familienanschluss der Hunde zweifle ich rückblickend an.

Die freundlichen und überaus fröhlich wirkenden Hunde haben mein Herz erobert. Ein Welpe hat sich für mich entschieden und ich somit auch für ihn. Alle Bedenken, die unterbewusst wahrscheinlich da waren, wurden verdrängt. Der Welpe war noch dazu günstiger als bei anderen Züchtern, was mich damals sehr freute. Ich ahnte noch nicht, dass mich die gesundheitlichen Probleme meines Hundes im Laufe der Jahre noch viel mehr Geld kosten würden.

Flatcoated Retriever Welpe
Gesundheitliche Probleme meines Hundes

Anfänglich gab es gar keine gesundheitlichen Probleme. Der Tierarzt war zufrieden, dem Welpen ging es gut. Ein Herzproblem zeigte sich erst einige Monate, nachdem er bei uns eingezogen ist.

  • Eine Herzmuskelschwäche, die vermutlich angeboren (Zucht) war oder erworben wurde (Haltung), da die Mutter einen Infekt während der Trächtigkeit hatte. Mit Bestimmtheit kann man das nicht sagen.
  • Hyperaktives Verhalten: Es gibt viele mögliche Ursachen für Hyperaktivität. Vielleicht wurde sie in diesem Fall vererbt oder durch Stress erworben. Eventuell auch aufgrund des Herzfehlers und den damit verbundenen Beklemmungszuständen – Tierärzte konnten das nie genau bestätigen.
  • Mein Hund war zeitlebens anfällig für Infekte, ein Dauergast beim Tierarzt.
  • Er verstarb im Alter von 9 Jahren an Krebs.
Hundezucht ist eine Wissenschaft und hohe Kunst

Grundsätzlich sehe ich als Voraussetzung und Basis für möglichst gesunde Welpen, eine Mitgliedschaft des Züchters in einem Zuchtverein an. Damit ist der Züchter zumindest an Rahmenbedingungen gebunden, die ihm eine weitgehend seriöse Zucht ermöglichen. Mit der Zuchtordnung werden verbindliche Regeln in der Hundezucht fixiert, die von den Züchtern erfüllt werden müssen. Dabei geht es in erster Linie um die Gesundheit der Hunde und damit verbundene Untersuchungen der Elterntiere. Je nach Rasse gibt es unterschiedliche Erbkrankheiten. Unauffällige ärztliche Atteste sind Grundvoraussetzung, dass ein Hund zur Zucht zugelassen wird.

Nichts desto trotz, trägt der Züchter die Verantwortung für sein Tun. Es gibt Viele, die Hundezucht sehr gewissenhaft betreiben und sogar neue Wege gehen. Manche Rassen sind „vom Aussterben bedroht“. Die Reinzucht engte bei vielen Rassen den Genpool extrem ein und brachte durch die enge Verwandtschaft der Hunde viele Krankheiten mit sich. Genau mit denen haben wir heute zu kämpfen. Deswegen ist es wichtig, sich auf den Hundezuwachs gut vorzubereiten und den Züchter genau zu prüfen.

Wie erkenne ich einen guten Züchter?
  • Ein seriöser Züchter züchtet nicht mehr als eine Rasse und hat nicht mehr als 2, maximal 3 Zuchthündinnen
  • Ein guter Züchter hält seine Hunde im Haus und ermöglicht ihnen engen Familienanschluss.
  • Ein guter Züchter zieht immer nur einen Wurf groß. Denn der Zeitaufwand des Züchters ist dabei nicht zu unterschätzen!
  • Ein guter Züchter prüft Dich als Welpen-Interessent genau und klärt ab, ob Du dem Welpen einen guten und vor allem lebenslangen Platz sichern kannst.
  • Ein guter Züchter befürwortet und empfiehlt, dass Du Deinen Welpen regelmäßig besuchst, bis Du ihn mit nach Hause nimmst.
  • Ein guter Züchter informiert Dich über die Elterntiere, insbesondere über die Zuchthündin, die bei ihm in der Familie lebt.
  • Ein guter Züchter kennt seine Welpen sehr gut und kann über Wesensmerkmale und Charaktereigenschaften berichten. Er weiß, welcher Welpe wofür geeignet ist.
  • Ein guter Züchter kennt den körperlichen und den geistigen Entwicklungsstatus jedes Tieres und kann Empfehlungen abgeben, welcher Hund am Besten für Dich geeignet ist.
  • Ein guter Züchter informiert Dich über Rassebesonderheiten, genetische Anlagen, Haltung, Ernährung, Bedürfnisse des Hundes und Anforderungen an den Hundebesitzer.
  • Ein guter Züchter bietet seinen Schützlingen optimale Entwicklungsmöglichkeiten und stellt eine gute Sozialisation sicher:
    Die Welpen kennen den Umgang mit verschiedenen Menschen, anderen Hunden, anderen Tieren, kennen Alltagsgeräusche (wie Staubsauger, Föhn, Fernseher, Türklingel, Telefon…), sind vertraut mit dem Autofahren. Bekommen die Möglichkeit, ihre Umwelt zu erkunden und zu neugierigen unbeschwerten Hunden heranzuwachsen.
  • Ein seriöser Züchter trennt die Welpen von der Mutter frühestens ab der 9. Woche. Abhängig von der Rasse (große Hunde), werden Welpen oft erst ab der 12. Woche abgegeben.
  • Ein seriöser Züchter übergibt Dir seinen Welpen geimpft (Impfpass), entwurmt und gechipt. Idealfall mit einem Infopackage zum Hund und Futter für die ersten Tage.
  • Du erhältst eine Ahnentafel als Abstammungsnachweis, die eine verantwortungsvolle Zucht kennzeichnen soll. Dabei ist das Ziel gesunde (!), wesensfeste und schöne Hunde in der Zucht vorzubringen.

Wie erkennst Du einen guten Züchter?

Hole Dir jetzt die Checkliste um den perfekten Züchter zu finden!

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